„Dies über alles: Sei dir selber treu.“

— aus  „Hamlet“ von William Shakespeare

 

Nach diesem Credo lebt und musiziert der Sänger und Gitarrist Anthony Gomes. Stets strebt dieser junge Künstler danach, die gesamte Bandbreite des Sounds und der menschlichen Emotionen auszuloten. Mit den Songs auf seiner neuen CD Music Is The Medicine geht seine Forschungsreise weiter als je zuvor. Aus einem Fundus an klassischer amerikanischer Musik schafft er ein dynamisches, modernes Meisterwerk des Blues-orientierten Rock, Soul und R&B.

 

„Am Anfang meiner Karriere war ich Purist“, sagt er. „Jetzt schließe ich den Kreis, indem ich zeitgenössische Sounds mit den Wurzeln der Musik verschmelze. Es ist, als ob man Philosophie studiert, sich mit Descartes auseinander setzt und schließlich zu Aristoteles zurückkehrt.“

 

Aus Toronto, Kanada stammend, bekam Gomes seine erste Gitarre zum 14. Geburtstag. „Ich wurde schnell zum Musiknarr und widmete mich dem Instrument voll und ganz.“ Wie unzählige andere Teenager stand er zunächst auf „Testosteron-Rock“ – beim ersten Auftritt standen z.B. Deep Purple und Led Zeppelin auf der Setlist. Schon damals schrieb er aber auch eigene Songs. Als Gewinner eines Radiowettbewerbs durfte seine Band dann als Support für Bon Jovi auftreten – Anthony entschied sich aber für einen anderen Weg. „Ich verließ die Band noch vor dem Auftritt. Im Herzen wusste ich, dass mein Interesse eher im Roots-Bereich lag."

 

Ende der 90er siedelt er nach Chicago um und wurde 1998 mit seiner Band zur „Best Unsigned Blues Band“ im Buddy Guy’s Legends-Club gekürt. Ein paar Jahre später zog er weiter nach Nashville. „Ich ging nach Chicago um ein besserer Musiker zu werden“, erläutert er. „In Nashville wollte ich mich als Songwriter weiterbilden.“

 

Blues In Technicolor (1998) hieß das explosive, E-Gitarren-betonte Plattendebüt. Statt sich zu wiederholen, brachte Gomes als Nächstes ein akustisches Album namens Sweet Stringin’ Soul (2000) heraus. Mit Unity (2002) führte er dann die beiden Stile zusammen. Das Album landete unter den „Top 30 essential blues CDs of all-time“ bei Banditbluesradio.com.

 

Das aktuelle, von Jim Gaines (Stevie Ray Vaughan, Santana) produzierte Music Is The Medicine strotzt vor Zuversicht und dem Drang zur Entdeckung und unterstreicht die heilende Kraft der Musik. Die meisten Titel schrieb Anthony zusammen mit anderen talentierten Songschreibern wie Mark Selby (Dixie Chicks, Kenny Wayne Shepherd), Bruce McCabe (Johnny Lang, Bonnie Raitt), Tom Hambridge (Susan Tedeschi, Johnny Winter) und Jim Peterik (Survivor, .38 Special, Sammy Hagar).

 

Ein Höhepunkt: Der nachdenkliche Protest-Song „War on War“. „Jim Gaines meinte, wir sollten vielleicht vorsichtig sein. Aber der Song ist eher als spirituelles denn als politisches Statement zu betrachten", sagt Gomes. Ein weiterer, für den Künstler sehr wichtiger Titel heißt „Bluebird“. „Dieser Song gab den Ton für die ganze CD an. Der ‚Bluebird’ ist als Symbol des Glücks bekannt. Dieses Symbol kann jeder Hörer verstehen, wie er will: Im Zusammenhang mit Beziehungen, auf einer spirituellen Ebene oder etwa als Sinnbild für das Streben eines jeden Menschen nach Glück.“

 

Für Gomes ist der Titel „Music is the Medicine“ auch eine Art Leitspruch. „Wir nehmen ein Ideal wieder auf, für das John Lennon und die Woodstock-Generation standen. Musik – diese Medizin – kann eine Gemeinschaft zusammen halten. Wenn du mich fragst: Sie kann die Welt sogar verändern.“